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thorsten kerbs bayernnachhilfe

Ihr persönlicher Ansprechpartner:
Dipl. Psych. Thorsten Kerbs
Leiter der Bayernnachhilfe

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Das süße Gift der Nachhilfe

Leider ist Nachhilfe bei Schulleistungskrisen keineswegs immer die Methode der Wahl, sie kann durchaus auch Schaden anrichten. Und keineswegs gilt immer die Regel, dass einem schlechten Schüler um so besser und nachhaltiger geholfen ist, je früher ihm Unterstützung zuteil wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass es sogar in einer großen Zahl der Fälle klüger wäre, sich gegen außerschulischen Unterricht zu entscheiden und stattdessen erst einmal genau zu verstehen, was die Ursache der Probleme ist.

Aber damit nicht genug, die Sache erweist sich als noch komplexer als bis hierhin schon. Der scheinbar gesunde Menschenverstand führt uns nämlich in einem weiteren Punkt hinters Licht. Ist es doch so, dass ein guter Nachhilfelehrer unter keinen Umständen das tun sollte, was die meisten Menschen intuitiv von ihm erwarten: Fragen beantworten und Erklärungen liefern.

Warum ist das so und was kann im Fall nachlassender Leistungen sinnvollerweise getan werden? Antworten auf diese Fragen lesen Sie unter diesem metaphorischen Bild zum Thema des "süßen Giftes".

 

Das suesse Gift Bayernnachhilfe

 

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Zwiespältige Hilfe

Viele Eltern erinnern sich mit Grausen an eigene Schulerlebnisse voller Hilflosigkeit und Verzweiflung im Angesicht des Mathematik- oder Lateinunterrichts. Ihren eigenen Kindern möchten sie das ersparen und empfehlen deshalb sofort Nachhilfe, wenn es für das Kind in einem oder mehreren Fächern schwierig wird. Nachhilfe zu erhalten, das ist heute durch die Allgegenwart dieser Dienstleistung nicht mehr mit einem Stigma verbunden. Zumindest gefühlt erhält ohnehin fast jedes Kind Nachhilfe und der Unterricht ist zumeist auch erschwinglich, da er von jedem gegeben wird, der sich in einem Fach leidlich auskennt. So kann es aus Elternsicht nicht schaden, jemanden kommen zu lassen, der gut erklärt und alle Fragen beantwortet.

Kann es aber doch, weil der schulische Lernvorgang kein von der Persönlichkeit des Kindes isoliertes Phänomen ist, sondern direkt auf die überaus komplexe Entwicklungspsychologie aufsetzt. Deshalb ist es auch keineswegs immer gut und Kinder empfinden mitnichten automatisch Dankbarkeit, wenn ihnen Hilfe angeboten wird und plötzlich an ihrem freien Nachmittag auch noch ein Lehrer vor ihnen sitzt.

Kinder und Jugendliche lesen mit feinem Gespür zwischen den Zeilen unserer gut gemeinten Maßnahmen und ziehen daraus mitunter recht verquere Schlussfolgerungen. Und die lauten dann vielleicht gar so: "Ich schaffe es anscheinend nicht alleine, weshalb ich (immer) jemanden brauche, der mich über die Hindernisse ins Ziel trägt", "Meine Eltern bezahlen den Unterricht, der Lehrer gibt sich erkennbar alle Mühe, und ich verstehe trotzdem nicht, was anscheinend alle Welt außer mir schon lange begriffen hat", "Viel lieber würde ich das aus eigener Kraft verstehen und umsetzen können – das ist doch langsam echt peinlich" ...

Nachhilfe oder besser doch keine Nachhilfe?

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, an dieser Stelle alle Aspekte einer sorgfältigen Abwägung für oder wider Nachhilfeunterricht zur Sprache zu bringen. Weil das selten genug geschieht, soll jedoch auf das Vorhandensein von unliebsamen Nebenwirkung einer gemeinhin als unkritisch bezeichneten Methode hingewiesen wird. Jede wirkungsvolle Maßnahme hat prinzipiell und ganz unvermeidlich Nebenwirkungen. Und selbst wenn eine Dienstleistung schon sehr weit verbreitet ist, sagt das noch lange nichts über ihre Wirksamkeit und deren Nutzen aus – denken wir nur an die heutige Unsitte, virale Erkältungen mit Antibiotika zu behandeln, oder an die so langlebige mittelalterliche Tradition des Aderlasses.

Wir empfehlen unseren Kunden, im Rahmen dieser Abwägung ein gutes Gespräch mit ihrem Kind zu führen. Und das bedeutet ganz praktisch: dem Kind sehr gut zuzuhören. Teilen Sie ihm aber auch in Form echter Ich-Botschaften ihre Sorgen und Befürchtungen mit, damit sie als betroffene Person erkennbar werden und es im Gespräch nicht immer nur um abstrakte schulische Leistungen geht. Formulieren Sie viele neugierige Fragen, die Ihrem Kind helfen, die eigenen Gedanken zu klären, eigene Ideen und Initiativen zu entwickeln und so aus der Ohnmacht in die Handlung zu finden. Wenn am Ende dieses Gespräches das Kind selber den Wunsch formuliert (ohne zu dieser Äußerung gedrängt worden zu sein ...), "Nachhilfe wäre vielleicht eine gute Idee/das kleinere Übel", dann liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit des später stattfindenden Unterrichts gleich einhundert Prozent über einem Unterricht, der zwangsweise verordnet wurde.

Für Grundschulkinder und Jungs gelten besondere Regeln

Ganz besonders gut sollte man die Entscheidung für oder wider Nachhilfe bei Grundschulkindern abwägen und in der Unterstufe der weiterführenden Schule bei Jungs. Warum das? Unsere Erfahrung zeigt bei Jungs, dass die häufig mit Resignation reagieren, wenn ihnen Nachhilfe trotz ihrer mehr oder weniger stark vorgetragenen Proteste aufgezwungen wird. Sie empfinden den Zeitraum, der mit Nachhilfe einher geht, als besonders kritisch an und lehnen die Fremdbestimmung während des Unterrichtsgeschehens ab. Das kann ebenso für Mädchen gelten, bei denen das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit stark ausgeprägt ist. Allerdings kommen solche Reaktionsweisen bei ihnen rein zahlenmäßig seltener vor. Für Grundschulkinder gilt, dass ihr Selbstkonzept noch zerbrechlich ist und sie aus dem wöchentlichen Erscheinen eines Nachhilfelehrers falsche Schlüsse über sich ziehen könnten. Drum sollte gerade in ihrem Fall, wiewohl ihnen die schiere Rationalität und langjährige Lebenserfahrung für eine solche Entscheidung abgesprochen werden muss, ihre Meinung gehört werden und sollten sie gut in die Abwägung mit einbezogen werden.

Sacken nun in einer Entwicklungskrise die Noten ab und der Druck steigt, wird gerne von ihren Eltern per Dekret Nachhilfe verordnet oder sie vom schulischen Lehrer empfohlen. Das geschieht zumeist, ohne den Schüler einzubeziehen oder gar ohne sein Veto zu berücksichtigen. Im günstigen Fall spürt dies der Nachhilfelehrer im Unterricht, wenn er mit ausgeprägtem passiven Widerstand oder der Scheinkooperativität seines Schülers zu tun hat. Es kann aber auch so weit kommen, dass diese jungen Leute mit Resignation, einem einschneidenden Verlust an Selbstvertrauen oder einer passiven Grundhaltung reagieren und über kurz oder lang deshalb ihr Leistungsniveau endgültig abstürzt.

Die Ursache dafür wird dann beim Kind gesucht oder der Frustration zugeschrieben, die aus anhaltend schlechten Noten resultiert ("fehlende Erfolgserlebnisse"). Dabei muss aus der Vorgeschichte der Schluss gezogen werden, dass sie eigentlich auf ein ungewolltes und nicht zum wirklichen Problem passendes Hilfsangebot zurückgegangen ist. In dem Fall hilft nur, das Rad der Ereignisse zurück zu drehen und über den Dialog und die Klärung der Verantwortlichkeit nach einer neuen und diesmal nach einer besseren Lösung für das Problem zu suchen.

Selbstwirksamkeit, oder: Echte und unechte Erfolge

Kinder haben ein feines Gespür dafür, ob ein Erfolgserlebnis auf ihr eigenes Tun zurückgeht oder ob da jemand im Hintergrund mit angeschoben hat. In der klassischen Nachhilfe, wie sie den Markt gewiss zu 90 Prozent beherrscht, sind die Nachhilfelehrer in der Regel sehr aktiv, sie dozieren und beantwortet dem Schüler alle Fragen. Der Einsatz des Nachhilfeschülers ist somit darauf beschränkt, vorgefertigte Ansätze nachzuvollziehen und Arbeitsschritte unter Anleitung und auf eine bestimmte Art und Weise durchzuführen.

Mit der Zeit treten Gewöhnungseffekte ein, die auch über die nachmittägliche Unterrichtssituation hinausreichen. Die jungen Leute passen dann auch in der Schule nicht mehr auf, wird ihnen der Stoff doch später noch einmal in leicht verdaulichen Häppchen präsentiert. Das ist zwar bequem, wird aber von der unkorrumpierbaren inneren Instanz als wenig nachhaltig erkannt. Und daraus resultierende Notenerfolge dezent mit der Marke eines unechten Erfolgs versehen.

Wenn externe Unterstützung gebucht wird, dann bitte eine gute

Aus dem bislang Gesagten muss ein wesentlicher Schluss gezogen werden: gute Nachhilfe zahlt sich durch die Fähigkeit der Lehrkraft aus, gut zuhören zu können und in einem langen und unübersichtlichen Lernprozess nie das eigentliche Ziel aus dem Blick zu verlieren. Und das muss immer die selbständige Arbeitsweise des Schülers sein und die Entwicklung seiner Fähigkeit zum möglichst eigenständigen Denken. Dieses Ziel lässt sich in der Regel nur dann erreichen, wenn der Nachhilfelehrer über die Kenntnis seines Unterrichtsfachs hinaus seine Arbeit in pädagogischer und kommunikativer Hinsicht reflektiert, z. B. im Rahmen einer regelmäßig besuchten Supervision.

Die Verantwortung des Nachhilfelehrers

Das entscheidende pädagogische und didaktische Handwerkszeug des Unterrichtens ist das Wissen um psychodynamische Prozesse und Entwicklungserfordernisse. Während über Binomische Formeln, Ovith und die Lyrik Gottfried Kellers gesprochen wird, sollte die Lehrkraft dies immer im Blick behalten. Das Unterrichtsgeschehen ist so zu lenken, dass alle Arbeiten (abgesehen von wenigen Ausnahmen) vom Schüler selber durchgeführt werden. Dass der Schüler die meisten gedanklichen Schlussfolgerungen selbst vollzieht und somit die als eigenen Erkenntnisgewinn verbuchen kann. Die wesentliche Aufgabe des Lehrers ist somit die, den Schüler durch passenden Fragen und Einwürfe in der Aktivität zu halten und Störungen, etwa durch aufwallende Gefühle oder versiegenden Antrieb, frühzeitig aufzufangen.

Wird diese Arbeitsweise sicher beherrscht, ist sie für Eltern daran zu bemerken, dass ihr Kind im Anschluss an die Unterrichtseinheit einen beschwingten, fast euphorischen Eindruck macht. Dieses Erleben stellt sich deshalb ein, weil das Kind – ganz anders als dies in der Regelschule der Fall ist – neunzig Minuten lang selber aktiv war, die Richtung des Lernvorgangs (zumindest mit)bestimmt hat, aus eigener Kraft gedankliche Prozesse vollzogen hat, die in relevante Erkenntnisse mündeten, und weil es die große Freude des dialogischen Lernens erleben durfte. (Diese Form des Unterrichtens ist eine sehr alte und wird auch als Mäeutik, die "Hebammenkunst" des Lehrens, bezeichnet.)

Und warum ein "süßes Gift"?

Weil Nachhilfe gar zu schnell abhängig macht, und zwar alle Beteiligten: Eltern fühlen sich gut, weil die monatliche Rechnung psychologisch eine Art "Ablasshandlung" darstellen kann. Fühlen sie sich angesichts der Schulkrise ihres Kindes hilflos, leisten sie doch zumindest organisatorischen Einsatz und nicht zuletzt einen finanziellen Beitrag. Das fühlt sich in der Misere besser an als Untätigkeit, und wenn die Sache dann noch von Erfolg gekrönt ist, kann das durchaus "abhängig" machen.

Die Schüler erbringen ebenfalls ein Opfer, wird ihnen am Nachmittag von der Nachhilfe doch freie Zeit geraubt. Immerhin können sie anschließend für sich reklamieren, einen zusätzlichen Einsatz gezeigt zu haben, weshalb sie zumindest nicht mehr als faul und untätig bezeichnet werden dürfen. Wer wollte ihnen nun noch mangelnden Einsatz vorwerfen. – Auch das weist die Struktur einer Ablasshandlung auf, angesichts derer gar nicht mehr auffällt, wenn der Schüler in der Nachhilfesituation auf Durchzug schaltet, dem Lehrer automatisiert die gewünschten Antworten gibt und dabei immer die Uhr im Blick behält.

Schlussendlich wird sich wohl kaum ein Nachhilfelehrer darüber beschweren, dass seine Dienstleistung in Anspruch genommen wird, geht es doch um sein Auskommen. Er wird auch nicht zur Sprache bringen, was ihm in der täglichen Arbeit natürlich längst aufgefallen ist. Dass die sich unter der Nachhilfe verbessernde Noten nämlich keineswegs zwingend und eindeutig auf seine Unterstützung zurückzuführen ist. Die könnten ebenso gut auf die Reifung seines Schülers zurückzuführen sein, die in diesem Alter in rasantem Tempo stattfindet. Auf die wachsende emotionale Stabilität und Konzentrationsfähigkeit oder auf ganz andere Einflussfaktoren, von denen es im Leben von Schülern beileibe genügend gibt.

Aber Psssst, das bleibt bitte unter uns ...  ;-))))

 

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Mathematik kann man verstehen, wirklich!

Sowohl frühere als auch heutige Schüler denken mit Grausen an ihren schulischen Mathematikunterricht. Die ungeliebten Stunden haben sich ihnen scheinbar unauslöschlich ins emotionale Gedächtnis eingegraben. Das ist sehr schade, lässt sich Schulmathematik doch eigentlich sehr gut vermitteln und begreifen. Und außerdem steht dieses Fach für mehr als nur das Lernfach und betrifft uns alle sehr persönlich. Unser Umgang mit Zahlen könnte uns Wichtiges über uns selbst mitteilen und vermag uns sehr pointiert wesentliche Prinzipien des Lebens zu verdeutlichen.

Indes beginnt das Drama damit, dass die meisten Menschen Mathematik mit Rechenoperationen gleichsetzen und die schulischen Lehrer diese irrige Annahme nur selten korrigieren. Tatsächlich ist es so, dass nach der Grundschule im Mathematikunterricht kaum noch gerechnet werden muss. Ein zweiter Irrtum über das Fach ist der, dass es dafür einer besonders ausgeprägten formal-logischen Intelligenz bedürfe. Sind solche Irrtümer einmal in der Welt, bringt man sie leider nur noch schwer aus den Köpfen von Schülern und Eltern.

 

Warum Mathe so wichtig ist

 

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Mathematik steht für Ordnung und schrittweises Vorgehen

Nein, im Mathematikunterricht der weiterführenden Schulen wird wirklich kaum mehr gerechnet. Wer sich in der Grundschule durch die Grundrechenarten gekämpft und eine Vorstellung vom Zahlenraum erworben hat, muss auf dieses Handwerkszeug nur noch gelegentlich zurückgreifen. Viel häufiger werden auswendig zu lernende Bezüge abgefragt wie z. B. diesen: 169 ist die Quadratzahl von 13 und 196, die von 14. Wer in den ersten sieben Schuljahren solche elementaren Rechenoperationen wie Vokabeln auswendig gelernt hat, besitzt im Fach Mathematik einen Geschwindigkeitsvorteil, der in Prüfungssituationen mehr als nützlich ist.
 
Spätestens wenn die Variablen (x, y, n ...) eingeführt werden, geht es im Mathematikunterricht vordringlich um die korrekte Durchführung vorgeschriebener Abläufe und Umformungen. Was muss ich tun, wenn ich einen bestimmten Prozentsatz von einer vorgegebenen Grundmenge bestimmen soll? Und wie sieht die Vorgehensweise aus, wenn die Grundmenge gesucht und der prozentuale Anteil gegeben ist? Welche Synonyme könnten in der Aufgabenstellung für den prozentualen Anteil stehen, so dass die vorgenannte Aufgabenstellung dieselbe ist, die Formulierung jedoch komplett unterschiedlich klingt? Überhaupt, Angaben werden in der Mathematik vielfach mit der Zielsetzung gewählt, größtmögliche Verwirrung zu stiften. Die Schüler sollen auf falsche Fährten gelockt werden, damit sie sich ein sehr genaues Denken angewöhnen. Oder die Aufgabenstellung ist bewusst so kryptisch verfasst, dass sie von den Schülern gar nicht erst gelesen wird. Sie vollziehen dann aus dem Bauch heraus Rechenoperationen, die bei solchen Aufgabentypen bislang immer richtig waren, nur eben in diesem Fall nicht greifen. Die Fachdidaktiker gehen davon aus, dass Schüler aus solchen Fehler die richtigen Schlüsse ziehen und die fortan vermeiden – was in der Praxis gar zu oft nicht der Fall ist. Wie auch immer. Dies alles zu begreifen und sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, das ist die Art Mathematik, mit der Schüler in der Schule konfrontiert sind.
 
Im Grunde genommen ist der Mathematikunterricht also die perfekte Vorbereitung auf unser heutiges Berufsleben, in dem jeder Handgriff gemäß einer detailgenauen DIN-ISO-Norm zu erfolgen hat und ein nicht unerheblicher Teil der Tätigkeiten streng logische Aspekte etwa des Programmierens enthält. Wer vor einen Monitor arbeitet, ist unbedingt zur Logik verdammt, weil der Computer allein ein strikt logisches Vorgehen versteht. – Und wer verbringt heute seinen Arbeitstag nicht mehr an einem digitalen Arbeitsplatz!?
 
Vor dem Hintergrund erscheint es rätselhaft, warum Kindern die tiefere Bedeutung des Faches im Sinne des eben Gesagten nicht verdeutlicht wird. Und ihnen der Einstieg durch eine ausgefeilte Didaktik und pädagogisch ausgezeichnet arbeitende Lehrer in frühen Jahren nicht erleichtert wird. Obwohl es an den Universitäten schlüssige fachdidaktische Konzepte gibt und wir heute viel über "Lernen lernen" wissen bzw. wie sich die Lust auf Mathe wecken lässt, wird im Jahr 2015 noch unterrichtet wie vor 50 Jahren.
 

Kleine Erfolgserlebnisse

Weil unsere Nachhilfeschüler mit Bedarf an Unterstützung in Mathematik zumeist eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben, brauchen sie erst einmal kleine Erfolgserlebnisse, um sich überhaupt auf den Unterricht einlassen zu können. Zu Beginn können das noch die guten Noten in Exen und Schulaufgaben sein; bis die sich einstellen, ist ein gar zu langer Weg zurückzulegen. Die Erfolgserlebnisse stellen sich dadurch ein, dass die jungen Leute im Nachhilfeunterricht möglichst viel selbst und eigenverantwortlich arbeiten. Das beginnt schon mit der Art der Lehrer-Schüler-Kommunikation, in der idealerweise der Schüler eine tragende Rolle innehat. Es wird fachlich auf einem niedrigen Anforderungsniveau begonnen, das sich an den Voraussetzungen des Schülers orientiert. Wenn er ein wenig Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gewonnen hat, können die Anforderungen langsam steigen.
 
Die Aufgabe des Lehrer ist über lange Zeit hinweg die, für eine gute Stimmungslage zu sorgen und emotionale Störungen fern zu halten. Der Lehrer selber liefert nur dann Erklärungen und Beiträge, wenn das zwingend erforderlich ist, wenn sich der Schüler selbst nicht helfen kann. Das sind vielfach diejenigen Momente, in denen sich die Sinnfrage stellt, die übrigens von evidenter Bedeutung ist: "Wozu das Ganze, würden wir ohne diesen Mist nicht besser leben!?" Die Frage ist wichtig und aus einer entwicklungspsychologischen Perspektive betrachtet überaus berechtigt, weshalb der Lehrer in der Lage sein muss, Lebensweltbezüge herzustellen. 
 

Didaktisch gutes Material ermöglicht das Selbststudium

Selbstwirksame Erfolgserlebnisse stellen sich nur dann ein, wenn der Erfolg eigenständig erzielt wurde. Deshalb ist das selbständige Üben außerhalb der Nachhilfestunde in den meisten Fällen wichtig. Dabei geht es mehr um das selbständige Tun als um den fachlichen Übungsaspekt, weshalb es dafür didaktisch gut aufgebautes Material braucht. Das gibt es in der Regel in der Fachbuchhandlung zu kaufen gibt. Denn so katastrophal schlecht die meisten Mathematik-Schulbücher sind, so ausgefeilt kommt oftmals das Begleitmaterial daher. Gerade im Klett-Verlag sind sehr gute Übungsbücher erschienen. Die Kombination aus schlechten (kostenlosen) Lehrbüchern und guten (kostenpflichtigen) Zusatzmaterialien ist natürlich ein Geschäftsmodell und ganz offensichtlich ein einträgliches. 

Schließlich sollten die jungen Leute, die sich einige Zeit selbständig und ohne Unterstützung von außen mit dem Material befasst haben, auch eigenständig durch den schulischen Mathematikunterricht kommen. Wenn sie dessen Grundprinzipien verstanden haben, wissen sie, worauf es eigentlich ankommt und verlieren die unangemessene Furcht vor diesem Fach.

Rufen Sie uns an, oder lassen Sie sich anrufen, wir beraten Sie gerne im persönlichen Gespräch!

 

P.S. Die im Text durchscheinende Leichtfüßigkeit beim Blick auf das Mathematische ist übrigens nur in den Fällen berechtigt, in denen nicht eine lerntherapeutische Thematik vorliegt. Wer mit einer Dyskalkulie kämpft, wäre in jungen Jahren auf Unterstützung angewiesen und hätte eines hoch anschaulichen und völlig druckfreien Lernens bedurft. In dieser Zeit entscheidet sich bei solchen Kindern, ob die Bewältigung der Grundrechenarten womöglich zu einer großen Hürde wird. Die Hürde stünde dann so lange, bis eine wirksame lerntherapeutische Hilfestellung erfolgt.

 

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Mathe kann man verstehen, wirklich!

Hausaufgabenbegleitung statt Hausaufgabenhilfe

Eltern mit Angst vor Mathe sollten ihre Kinder nicht bei den Hausaufgaben unterstützen. So lautet das Ergebnis einer auf dem Online-Portal der Süddeutschen Zeitung vorgestellten Untersuchung. Dabei spielt keine Rolle, wie gut die Schulnoten der Eltern waren, es zählt allein deren Haltung zum Fach. Ist die von Abneigung geprägt, geht es den Kindern ohne elterliche Unterstützung im Fach Mathematik besser als mit.

Der Befund stützt unsere These, dass Hausaufgabenhilfe vorsichtig einzusetzen ist. Denn als entscheidend für das langfristige Ergebnis erweist sich die Art und Weise, in der Kinder begleitet werden. – Lesen Sie unten unsere sieben Tipps für eine erfolgreiche Hausaufgabenbegleitung und was es mit der begrifflichen Unterscheidung zwischen Begleitung und Hilfe auf sich hat.

 

Hausaufgabenbegleitung statt Hausaufgabenhilfe

 

Für den Entwicklungsweg des Kindes ist es sinnvoll, wenn Eltern ihm bei den Hausaufgaben NICHT HELFEN, sondern bei deren weitgehend eigenständigen Erledigung auf eine bestimmte Art und Weise zum BEGLEITER werden. Wir fassen das Ideal der elterlichen Fürsorge rund um die Hausaufgabenerledigung in den folgenden sieben Leitsätzen zusammen:

 

  1. Weil Kinder im Grundschulalter sich überwiegend in der Nähe ihrer Eltern aufhalten wollen, sollten Eltern dafür zur Verfügung stehen. Einfach nur da sein, sich aber möglichst in der Hauptsache mit etwas anderem beschäftigen.
  2. Sie dürfen auch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und den Arbeitsprozess des Kindes dialogisch begleiten, sollten jedoch immer wieder zu Ihrer eigenen Tätigkeit zurückkehren. Vor allem ist äußerste Sparsamkeit bei Meinungsäußerungen und Lösungen/Lösungswegen angeraten!
  3. Ihre Aufgabe ist es, die weitgehend selbständige Arbeit des Kindes mit (als innere Haltung zum Ausdruck gebrachtem) Interesse, Zuversicht und nie versiegender Geduld zu begleiten.
  4. Wo es dem Kind phasenweise an Neugierde und Energie mangelt, sollten sie ihrerseits Neugierde zeigen und Energie in den Prozess investieren. Neugierde drückt sich durch geschickt gewählte Fragen aus, wobei den eigentliche Arbeitseinsatz immer das Kind selber zu erbringen hat.
  5. Wer bis heute der Mathematik mit Angst begegnet, sollte sorgfältig zwischen den eigenen Empfindungen und denen des Kindes unterscheiden. Und wenn Sie Ihre eigenen Erfahrungen für den Moment beiseite gestellt haben, beobachten sie einfach Ihr Kind bei seiner Arbeit. Führt es doch ein anderes Leben und wird eigene Erfahrungen machen, die sich in jedem Fall von Ihren unterscheiden.
  6. Der Schlüssel liegt also im Zuhören und in der Aufmerksamkeit. Und die dafür erforderliche Hinwendung bindet so viel Energie, dass Sie Befürchtungen aller Art schnell vergessen haben werden – und Ihnen derweil eine ganz neue Begegnung mit der Mathematik widerfahren kann.
  7. Verzeihen Sie sich bei all dem Fehler und Abweichungen von dieser Liste. Die zeigen dem Kind in entlastender Weise, dass auch Sie nur durch Fehler lernen. Außerdem gibt es ja immer noch die Möglichkeit der Korrektur des eigenen Verhaltens. – Und die so segensreiche Möglichkeit zu einer aufrichtigen Entschuldigung.

 

Bedenken Sie dabei immer, dass die ersten Schuljahre prägend sind für die Haltung des Kindes zu Hausaufgaben und für die Art und Weise, in der es diese Aufgabestellung bewältigt. Die entscheidende Größe für die zukünftigen Schulleistungen spielt sicherlich die Selbständigkeit, zu der das Kind sich in der Lage zeigt. Die ist bei der Mehrzahl der Grundschüler gewiss nicht von Anfang an voll entwickelt, sondern sie nimmt unter einer angemessenen Begleitung mit der Zeit zu. Unstrittig dürfte sein, dass Kinder Selbständigkeit nicht lernen, wenn man ihnen dauerhaft Schwierigkeiten abnimmt und ihnen die eigene Struktur aufnötigt. Wie ein Katalysator wirken auf Grundschüler hingegen solche Erfolgserlebnisse, die voll und ganz auf ihre eigene Initiative zurückgehen. Und zu der kommt es am einfachsten dadurch, dass wir uns als Lernbegleiter anteilteilnehmend im Hintergrund halten.

Wie sieht es bei älteren Kindern mit häuslicher Unterstützung aus? Weil die Spreizung zwischen dem kalendarischen und dem Entwicklungsalter sehr groß sein kann und mit fortschreitendem Alter bei der Fragestellung das Individuelle eine weiter zunehmende Rolle spielt, empfiehlt sich in dem Fall die sorgfältige Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen. Deshalb raten wir in dem Fall: Rufen Sie uns an und lassen sich im Rahmen eines Telefonats beraten. Sie erreichen uns unter (089) 48 998 536.

 

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Was treibt Schüler an: Unser Lob, Belohnungen oder geht Einsatzbereitschaft auf eine von innen kommende Motivation zurück?

Lange Zeit galt es auch in der psychologischen Forschung als ausgemacht, dass von Mensch und Tier ohne Belohnung kein Einsatz zu erwarten ist. Heute wissen wir jedoch, dass Belohnung und ausuferndes Lob sogar das direkte Gegenteil des Gewünschten bewirken können, sie lassen den Antrieb womöglich versiegen.

Das ist die schlechte Nachricht, es gibt jedoch auch eine gute, die sogar stärker wiegt. Uns Menschen steht nämlich ein hoch effektiver Antrieb zur Verfügung, wenn wir aus unserem Inneren schöpfen, uns aufrichtige Überzeugungen und eine gehörige Portion Leidenschaft antreiben. Und die treten nicht nur bei den leichten und angenehmen Aufgaben zutage, sondern auf die kann auch dann zurückgegriffen werden, wenn es unangenehm wird, wir jedoch mit der Sache im Reinen sind und uns für sie entschieden haben.

Spannend ist nun die Frage, ob es einen Weg gibt, Kinder dahingehend zu unterstützen, dass sie ihre innere Haltung klären und sich trotz aller Schwierigkeiten mit Freude dem Unangenehmen zuwenden können? Oder direkter formuliert: Ob wir sie von der Notwendigkeit überzeugen können, für ein in der Zukunft liegendes Ziel sich in der Gegenwart zu kasteien.

 

intrinsische Motivation

 

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Die Kraft der Gefühle

Gefühle sind der Motor unseres Handels, auf sie geht letztlich aller Antrieb(smangel) zurück. Und Kinder sind ihren Gefühlsanwandlungen deutlich stärker ausgesetzt als dies für Erwachsene gilt.

Die Evolution hatte wohl die zahlreichen Gefahren im Blick, als sie das so angelegt hat. Und die Gefahren, denen Kinder in den Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte während ihres Lebensalltags ausgesetzt waren, sind zahlreich. Das Steuerungsinstrument auf dem schmalen Grad zwischen Neugierde und Vorsicht stellten die überschäumenden Emotionen der Kindheit dar, die mal zur freudigen Erkundung drängten und ein andermal für den vorsorglichen oder gar ängstlichen Rückzug sorgten.

Den Antrieb zum Guten und zum Schlechten stellen beim Menschen die Gefühle sicher, selbst wenn wir uns dieses inneren Geschehens oftmals kaum bewusst sind und diese Gefühle nur selten als solche wahrnehmen. Zumal Menschen ja auch meist der Überzeugung anhängen, Gedanken und rationale Abwägungen würden uns durch den Alltag steuern. Eine charmante Illusion ist das, die uns mit großer Raffinesse von der Evolution untergeschoben wurde  ;-)))

Lob als Droge mit Nebenwirkungen

Dass ein Lob im eigenen Kind zumindest kurzfristig sehr starke Gefühle auslösen kann, erkennen Eltern sehr bald. Deshalb ist die Versuchung groß, diesen wirkungsvollen Hebel möglichst oft anzusetzen. Und leicht wird übersehen, dass er sich bald verschleißt und Kinder fix erkennen, was mit seinem Einsatz bezweckt werden soll.

Man sollte also lieber sparsam loben und sich sorgsam überlegen, auf welche Art und Weise man das tut. So ist in der pädagogischen Literatur viel darüber zu lesen, dass ein Lob nicht auf das Ergebnis und die eventuell erhaltene Benotung abzielen sollte, sondern die Anstrengungsbereitschaft, das Üben und sich Einsetzen als lobenswert herauszustellen ist.

Ermutigung leistet Besseres

Besser funktioniert und weniger unerwünschte Nebenwirkungen zeigt die Ermutigung, allerdings ist sie auch schwieriger umzusetzen. "Ich freue mich zu sehen, wie Du in die Arbeit vertieft bist und mit all diese schweren Aufgaben kämpfst!" Das klingt wie ein Lob, ist aber keines. Auch ein Lächeln, eine beiläufige Berührung, ein Teller mit einem Snack, der leise neben den Lernenden gestellt wird, haben zutiefst ermutigende Wirkung und rücken die für das Lernen so wichtige Gefühlswelt wieder ein wenig ins Lot. Es handelt sich nämlich bei all dem um eine lupenreine Ermutigung. Und viele kleinen ermutigenden Taten kommen in der Summe womöglich sogar gegen eine ausgeprägte Frustration an. Ermutigung ist ein gar erstaunlich wirkungsvolles Ding bei Kindern.

Ermutigung verwandelt sich in Antrieb und Leistungsfähigkeit

In der Ermutigung drückt sich für das Kind die Botschaft aus, dass da jemand ist, der an es glaubt. Dabei spüren Kinder sehr wohl, ob wir ihnen ein "Du schaffst das schon!" zuraunen, weil wir selber Angst vor ihrem Scheitern haben und diese Möglichkeit mit Zweckoptimismus von uns schieben. Wo Erwachsene ermutigen, ohne dabei das Ergebnis der Anstrengung im Blick zu haben, sind sie von Zuversicht auf den Lebensweg des Kindes getragen. Selbst im Falle des Scheiterns wären sie nicht aus der Ruhe zu bringen und würden darauf vertrauen, dass sie oder er einen Weg findet.

Und das brauchen Kinder. Sie brauchen Menschen in ihrer Umgebung, die an sie glauben und auf sie vertrauen. Unabhängig von ihren gegenwärtigen Leistungen und allen Vergleichen, die mit anderen Kindern gezogen werden könnten. Ermutigende Handlungen drücken diesen Glauben an das Kind aus und vermitteln ihm ein solches Vertrauen. Und daraus wiederum resultiert ein innerer Antrieb, der Menschen günstigstenfalls durch das ganze, mitunter zehrende Leben zu tragen vermag. Wir können ihn als Leidenschaft bzeichnen, als innerer (von außen kommendem Lob und ebensolcher Belohnung und Anerkennung weitgehend unabhängiger) Antrieb oder wie die Psychologie sagt als intrinsische Motivation.

Schulkrisen als Übungsfeld der Ermutigung

Die Schulzeit ist mit all ihren größeren und kleineren Belastungen für das Familienleben (und gewiss auch für die Lehrer-Schüler-Beziehung) ein wunderbares Übungsfeld für das Prinzip der Ermutigung. In den Schulen wird sie leider geringgeschätzt, wiewohl es zahlreiche Lehrer gibt, die sie als Wundermittel der Motivation erkannt haben und sie auch im Klassenverband geschickt einzusetzen wissen.

Der Einstieg gelingt auch für alle, die nicht pädagogisch ausgebildet sind, recht einfach. Man beginne damit, seinem Kind sehr offene Fragen zu stellen, Fragen also, die nicht gleich die Antwort im Gepäck haben. "War's gut in der Schule?" ist ein Beispiel für eine nicht-offene Frage. "Was hast Du heute erlebt in der Schule?" hingegen, zumal wenn bei der Formulierung echte Neugierde mitschwingt, lädt das Kind ein zu erzählen, was ihm als wichtig erscheint. Dann beginnt es zu erzählen, vielleicht aber auch erst am nächsten Tag. Und wenn es erzählen darf, was es erzählen mag, befinden wir uns schon mitten in einem Austausch, der zutiefst ermutigende Wirkung entfaltet.

Dem Kind Gelegenheit zur gedanklichen Klärung zu geben

Die Hohe Schule der Ermutigung sähe dann so aus: Den Bericht des Kindes durch Nicken, durch "Ahs" und "Ohs", durch emotionales Mitschwingen und viel anteilnehmende Geduld begleiten, ohne anschließend zu kommentieren, Ratschläge zu geben, in Wertungen einzustimmen und das Gespräch zu einer Schlussfolgerung lenken zu wollen. Aber wie gesagt, das ist dann die höchste Stufe der Vollendung, die auch von Fachkräften lange geübt werden muss.

Der große Segen dessen liegt darin begründet, dass auf die Art die Kinder ihre Gedanken und Gefühle sortieren können. Schon kleinsten Kindern gelingt es im Gespräch mit einem geduldigen und zugewandten Zuhörer zu Überzeugungen zu kommen, die weit tragen und stärksten Anfechtungen widerstehen. Wenn ein Heranwachsender beispielsweise für sich zu dem Ergebnis gekommen ist, er möchte bei seinen Freunden in der Klassengemeinschaft bleiben, weil die Alternative für ihn undenkbar erscheint, dann kann das zu einem deutlich gesteigerten Arbeitseinsatz führen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Jugendliche Gelegenheit bekommt, sich geduldig auszusprechen, alle Optionen abzuwägen und sich den zugehörigen Gefühlen zu stellen, ohne dass jemand auf ihn einwirkt und das Gespräch oder seine Gefühle in eine bestimmte Richtung lenken möchte.

Kleine Erfolge mit großen Effekten

Wie schon angedeutet, geht diese Vorgehensweise mit Schwierigkeiten einher, die auch von Fachleuten lange Zeit geübt sein will. Das lohnt sich jedoch, denn auch wenn der Unterricht nur 90 Minuten pro Woche dauert, kann die Ermutigung durch einen in dieser Arbeit ausgebildeten Nachhilfelehrer mit deutlich spürbaren Effekten einhergehen. Dasselbe gilt auch für Eltern, die sich in dieser Methode üben und denen ihre Umsetzung gefühlt nur wenige Minuten pro Woche gelingt. Kinder bemerken in der Regel nicht das Alltägliche, sondern ihnen fällt das Besondere auf. Brechen Eltern nun aus den gewohnten Verhaltensmustern aus, wird das von ihren Kindern garantiert bemerkt. Sie sprechen nicht darüber, die übermittelte Botschaft nimmt jedoch den direkten Weg in ihren Gefühlshaushalt. – Altmodisch formuliert könnten man auch sagen, den direkten Weg ins Herz  ;-)

P.S.:

Das obige Bild nimmt übrigens Bezug auf das sogenannte Marshmallow-Experiment des Persönlichkeitspsychologen Walter Mischel mit Kindern im Grundschulalter. Auch dabei ging es um die herausragende Bedeutung des Gefühlshaushalts für den Lernerfolg. Er konnte mit seinen einfallsreichen Versuchen (und mit den sich daran anschließenden Längstschnittstudien) zeigen, dass Grundschulkinder, die ihre Gefühle bezwingen können, im späteren Leben erfolgreicher sein werden. Wenn Sie sich für dieses Thema und seinen Bezug zum schulischen Lernen interessieren, erfahren Sie hier mehr darüber.

 

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Mehr über: Innerer Antrieb/intrinsische Motivation

Anmerkungen: zu ungerechten Noten und heiligem Zorn

Die Benotung des eigenen Kindes in der Schule treibt Eltern mitunter in gehörigen Groll. Sie erleben die Bewertung als ungerecht, von subjektiven und folglich unzulässigen Einschätzungen des Lehrpersonals getragen. Schlussendlich können sie nicht verstehen, dass der bewertende Lehrer ihr Kind gerade auf diese, zumeist einseitige und negative Art erlebt. Umgekehrt stoßen Lehrer sich in solchen Momenten an der Liebesblindheit von Eltern, die, so ihre Wahrnehmung, offensichtliche Schwächen und unzureichenden Einsatz der eigenen Kinder schlichtweg nicht wahrhaben wollen. Kommt es zum Streit, empfiehlt auf ZEIT-Online der Lehrer Michael Felten eine besonnene Vorgehensweise. Wir wollen seine Sicht der Dinge hier kurz ergänzen.

 

Ungerechte Noten, heiliger Zorn

 

Bei Fragen der Gerechtigkeit schwappen nicht nur die Gefühl von Schülern und Eltern gerne hoch. Das ist wohl auch deshalb der Fall, weil sich ihnen spätestens dann die eklatanten Schwächen des von Kopfnoten geprägten schulischen Bewertungssystems erschließen. Wo Fachleute längst wissen, dass Noten zur schulischen Leistungsstanderhebung weitgehend ungeeignet sind, weil sie weder valide noch reliabel und objektiv sind, glauben Eltern erstaunlich lange an die Mär von der weisen Institution, der es um die Ausbildung und Erwachsenwerdung ihres Kindes gehe. Bis sich irgendwann auch dem Letzten die nüchterne Wahrheit erschließt. Und die lautet überspitzt formuliert ungefähr so, dass Schule heute das Ziel verfolgt, möglichst kostengünstig Kinder mit einem spezifischen Profil mittels eines kontinuierlichen Selektionsprozesses von allen anderen sauber zu trennen. Im Fokus des Bemühens steht nicht die ausselektierte Mehrheit, sondern die leistungsstarke Minderheit.

Dass trotz aller Fragwürdigkeiten an dem Relikt der Bewertung mittels Ziffernnoten festgehalten wird, hat wohl in erster Linie ökonomische, politische und folglich auch historische Gründe. Reformen, intentional vollzogene Veränderungsprozesse, können sich im Rückblick als unbeliebt und nachteilig erweisen, sie kosten Geld und stiften bei den Beteiligten Unsicherheit. Um die Veränderung des überaus trägen Verwaltungsapparates gründlich zu durchdenken und hernach umzusetzen, fehlt es zumeist an Geduld, an der Fähigkeit, Kontroversen konstruktiv zu führen, und nicht zuletzt mangelt es am Vertrauen in die beteiligten Institutionen. So bleibt wider alle Vernunft und besseres Wissen in den Schulen seit Ewigkeiten das meiste so, wie es immer schon war. Und, wer weiß das schon zu sagen, sind wir womöglich mit kleinen, gewissermaßen evolutionären Schritten besser beraten als mit dem groß vollzogenen Wurf.

Aber zurück in die Gegenwart und zum Dissens rund um die Bewertung des Kindes durch seine Lehrkraft. Wir raten Eltern häufig, durchaus abweichend von der Empfehlung Michael Feltens, dem hartnäckigen Erfragen der Hintergründe zu. Widerspruch wird nicht selten auch von Lehrern gehört und als erhellend geschätzt; sofern er nicht von gar zu starken Emotionen getragen ist. Eltern sollten sachkundig auftreten und so lange nachhaken, bis der Vorgang und seine Hintergründe zweifelsfrei geklärt sind. Es gilt im Einzelfall sehr genau hinzuschauen, um die zur Debatte stehende Eindrucksbildung des Kindes beim Lehrer nachvollziehen zu können.

Die umsichtig vorgebrachte Nachfrage interessiert auftretender Eltern wird bewirken, dass die Lehrkraft ihre Entscheidung reflektieren, einer neuerlichen Prüfung unterziehen muss. Der Lehrer kommt dadurch, ist er klassischerweise doch Einzelkämpfer, mit einer zusätzlichen Perspektive in Kontakt, die für ihn sehr nützlich sein kann. Nur folgen Sie dabei bitte dieser ganz entscheidenden Richtlinie: Sprechen Sie vorwurfsFREI und ohne Anklänge von Ärger oder Gekränktheit und Verdruss. Ansonsten dürfte das Gegenüber sofort in den Verteidigungsmodus wechseln und das Gespräch ist fortan kaum mehr zu retten. Neugierde hingegen ist eine ausgezeichnete Gesprächsgrundlage. Interessiert sich jemand für uns, fühlen sich nicht nur Kinder schlagartig besser, sondern ebenso die meisten Erwachsenen.

Es gilt also zu verstehen, wie es passieren konnte, dass ein Mensch dieses Kind komplett anders erleben kann als man selber. Bildet dies die Gesprächsmotivation der Eltern ab, können sie getrost etwas wagen und mit Nachdruck für die Interessen ihres Kindes eintreten. Der sich dann ergebende Dialog, kann nicht nur bei den Eltern des Kindes Überraschungen zutage fördern, sondern er wird zeitgleich das Interesse des Lehrer an diesem Kind vergrößern. Und davon wiederum profitiert letzten Endes das Kind, um das sich dieses Gespräch eigentlich dreht.

 

 

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Abiturvorbereitung in Mathe für München

Es gibt sie leider nicht: eine für alle Schüler gleichermaßen gültige Form der Vorbereitung auf das Matheabitur. Je nach Wissensstand, mathematischer Begabung, Stressresistenz und persönlichen Vorlieben können die Vorbereitung auf diese so wichtige Prüfung in sehr unterschiedlicher Art und Weise durchgeführt werden. Der eine lernt grundsätzlich alleine, die andere zieht eine Arbeitsgruppe mit Schülern auf dem gleichen Leistungsniveau vor, während ein dritter Schüler auf Experten setzt oder mehrere der genannten Möglichkeiten kombiniert. Oder aber es bewährte sich in der frühen Phase die eine Methode, während sich in den letzten Monaten ein Wechsel hin zu einer anderen Arbeitsweise vollzieht. All das ist erlaubt und vielfach erfolgreich.

Jedoch gibt es durchaus auch Situationen, in denen sich noch keinen klaren Weg gefunden hat oder eine flexible Mischung gesucht wird. Und für diese angehenden Abiturienten bieten wir seit diesem Jahr ein Modell an, bei dem drei grundlegende Elemente der Prüfungsvorbereitung kombiniert werden: 1. Eine Lehrkraft, 2. der Austausch mit anderen Lernenden und, ganz wichtig, 3.  das zielgerichtete Selbststudium.

Kleingruppen mit maximal sechs Teilnehmern stellen für dieses Angebot die ideale Basis dar!

 

Zielgerichtete Vorbereitung von Abiturienten auf die bayerische Abiturprüfung im Fach Mathematik

 

Schwächen des reinen Expertenvortrags

Wer dem Tafelvortrag eines Mathematikers zu folgen vermag und danach eigenständig die dazu passenden Aufgaben löst, ist bereits fit. Ein solcher Schüler greift auf solides Vorwissen zurück, besitzt mathematisches Talent und ist mit seiner Abiturvorbereitung recht weit gekommen.

Wer hingegen in der Schulmathematik Wissenslücken hat, wird selbst vom Vortrag eines begnadeten Mathematikdidaktikers nur wenig profitieren. Dennoch sind die meisten Vorbereitungskurse für das Matheabitur – auch die der Münchener Anbieter – so aufgebaut, dass ein guter Mathematiker vor einer relativ großen Gruppe spricht. Meist ballen diese Kurse in wenigen Wochen viele Termine und lassen dadurch dem Gehirn der Lernenden wenig Zeit, um sich dem Thema gehirngerecht anzunähern.

So muss man bilanzieren, dass Angebote dieser Art nicht selten eine Wiederholung dessen darstellen, was vorher bereits im schulischen Frontalunterricht mit traurigen Resultaten praktiziert wurde. Es reicht leider nicht aus, den „schlechten" schulischen Lehrer durch einen „guten" zu ersetzen, es braucht zusätzliche Elemente.

Zielgerichtetes Arbeiten, das den Dialog zulässt und nutzt

Eines dieser Elemente ist der Dialog, das Gespräch zwischen dem Lehrer und seinen Schüler. Teilnehmer eines Vorbereitungskurses in Mathematik brauchen die Möglichkeit, sich aktiv in das Unterrichtsgeschehen einzubringen – was nur in Kleingruppen möglich ist. Solche Wortmeldungen müssen nicht immer die Feststellung sein, dass dieses oder jenes nicht verstanden wurde. Besser ist es, wenn die Teilnehmer der Veranstaltung kontinuierlich zur Wortmeldung aufgefordert werden. Das könnte so aussehen, dass früh um eine Verlangsamung (oder Beschleunigung) des Tempos gebeten wird, noch bevor das Verständnis aussetzt (oder Langeweile sich breit macht). Wenn die Lerngruppe verinnerlicht hat, dass ein kontinuierlicher Austausch nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht ist, ergibt sich eine dialogische Lernkultur, die dem Lernvorgang in erheblichem Maß zugute kommt.

Ein wichtiges Ergebnis dieses Dialogs stellt vielfach die gemeinsame Absprache dar, manche Themen zu vertiefen und andere zu verkürzen bzw. zu überspringen. Obwohl dieser Austausch Zeit kostet, bleibt das gemeinsame Arbeiten zielgerichtet und effektiv. Nicht zuletzt deshalb, weil damit Zeiten wegfallen, in denen der Referent an den Bedürfnissen seinen Zuhörern vorbeiredet, ohne dies zu bemerken.

Der Faktor Zeit

Mathematik auf Abiturniveau ist nicht mehr allzu weit von einem akademischen Niveau entfernt. Insofern kann man mit Fug und Recht von einem hohen intellektuellen Anforderungsniveau der Abiturmathematik sprechen. Nur den wenigsten Menschen fällt das anstrengungslos, während die Mehrzahl der Schüler sich das Fach unter großen Mühen erarbeiten muss. Dazu gehört auch der Faktor Zeit, der nicht nur über die zwölf Schuljahre eine wichtige Rolle spielte, sondern auch im Endspurt, in der bilanzierenden Wiederholung der Abivorbereitung in die Kalkulation mit einfließen muss. Das ist der Grund, weshalb sich unser Kurs über mehrere Monate hinweg erstreckt und zwischen den Unterrichtsterminen Zeit für selbständiges Üben lässt.

Wo genug Zeit bleibt, hat der Lernstoff Zeit, um metaphorisch gesprochen zu sacken. Aus dieser Verdichtung und inneren Umsortierung ergeben sich Fragen, deren Bearbeitung sich wiederum im Sinne eines verbesserten Verständnisses auswirken. Und das ist ja letztendlich das Ziel allen Übens!

Aus diesem Grund beginnen unsere Kurse bereits frühzeitig genug, um sich bis zur Abiturprüfung noch ein hinreichendes Verständnis zu erarbeiten. Melden Sie sich bitte jetzt an, damit Sie garantiert noch einen Platz in einem unserer Münchener Vorbereitungskurse auf das Matheabitur bekommen. Sie erreichen uns unter (089) 48 99 85 36 oder über das Kontaktformular.

 

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Dem Bildungsversprechen für heutige Schüler folgend, wird schulische Leistung belohnt. – Aber wer gewinnt den Wettbewerb um Lebenschancen wirklich?

Wer fleißig für die Schule lernt und mit guten Noten abschließt, so lautet das Versprechen der Leistungsgesellschaft, erhält Zutritt zu einer individuell ausgerichteten, attraktiven beruflichen Ausbildung. Und sie oder er wird sich im Anschluss daran neben einer anspruchsvollen Arbeit auch ein Auskommen erwirtschaften können. Angekündigt wird das von einer Generation, deren beruflicher Werdegang sich nach eben diesem Muster entwickelt hat. Aber wird das so auch für die nachfolgende Generation gelten, erweist sich die morgige Lebenswelt wahrhaftig als eine Kopie der vergangenen?

Hinweise darauf, dass die zukünftigen Verhältnisse komplexer aussehen werden, sind nicht zu übersehen. So behält das Mooresche Gesetze fortdauernd seine Gültigkeit, verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit der Computer bis heute alle zwei Jahre. Was uns schnellere PCs und brillante LCD-Fernseher beschert, zeigt darüber hinaus unerwartete Effekte. In Zukunft könnte es auf eine Konkurrenzsituation zwischen Mensch und Computer hinauslaufen, die sogar für den nach heutigen Maßstäben akademisch hervorragend ausgebildeten Mensch unter keinen Umständen zu gewinnen sein wird.

 

Bildung; Erfolg; Arbeit

 

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Der Lohn der Mühe

Das Leistungsversprechen gerechter Gesellschaften erstreckt sich auch auf den Bildungsbereich. Es lockt den Fleißigen mit einer reichen Ernte. Je nach Voraussetzung, die uns genetisch und gewiss auch vor dem Hintergrund sozialer Einflussfaktoren mitgegeben wurde, streckt sich der eine eher handwerklich, während der andere seinen Intellekt als Arbeitsmittel einsetzt. Soweit die Theorie, die Praxis fällt mitunter nicht ganz idealtypisch aus.

Dennoch gibt es in den meisten westlichen Ländern einen Konsens darüber, dass öffentliche Mittel für eine Steigerung von Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit eingesetzt werden. Darum strengen sich schon Zweitklässler an, um gute Noten nach Hause zu bringen. Noch stärker bemühen sich vielfach Eltern um den schulischen Erfolg ihrer Kinder, denn Erwachsene werden im Arbeitsalltag mit der vollen Härte des Wettbewerbs konfrontiert und wissen, eine wie große Rolle die Startnummer im gesellschaftlichen Verdrängungswettbewerb spielt.

Ein Studium oder eine äquivalente Berufsausbildung stellen – wenn wir uns das einleitend erwähnte Versprechen ins Gedächtnis rufen – zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine notwendige Bedingung zum ökonomischen Erfolg dar. Deshalb setzen sich zahlreiche Eltern nach einem langen Arbeitstag mit ihrem Grundschulkind an den Küchentisch und üben, nicht selten gegen den vehementen Widerstand des Kindes, die übertrittsrelevanten Fächer Deutsch, Mathe und HSU. Oder sie delegieren diesen Kraftakt und nehmen die Kosten für einen (hoffentlich!) qualifizierten Nachhilfeunterricht auf sich.

Von außen betrachtet, sieht es dann erst einmal so aus, als ob immer jüngere Kinder immer früher in der Lage sind, besser zu lesen, zu rechnen oder auswendig zu lernen. Und der Blick ins Ausland zeigt, dass die Anstrengungen sogar noch weiter getrieben werden können als zur Zeit in Deutschland: bis hin zu einer regelrechten Dressur der Kinder. Dressur und Drill bedeuten, dass der Nachwuchs die anspruchsvollen Transfers nicht aus eigener Kraft beherrscht, sondern die häusliche Prüfungsvorbereitung umfassend ausfiel; so umfassend, dass selbst abseitige Aufgabenstellungen nicht überraschen, sondern reproduzierend gelöst werden können. Was wie eine eigene, kreative Leistung aussieht, ist letztendlich das Ergebnis einer vorausgegangenen Fleißübung.

Gelernt, ja – aber vielleicht das Falsche?

Fraglich bleibt, ob sich dieser Fleiß auf Dauer auszahlt. Was die heutigen Kinder in der Schule geübt haben werden, nämlich Gedächtnisleistung und Mustererkennung, beherrschen Computer heute schon weitaus besser als Menschen. Kein Großmeister vermag seit der Jahrhundertwende gegen einen Schachcomputer zu bestehen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis der Computer eigenständig sorgfältigere Diagnosen stellt und die passenderen Therapien verordnet als dies ein menschlicher Arzt vermag. Bald dürfte auch das Investmentbanking vollständig vom Computer abgewickelt werden, agieren Autos und Flugzeuge ohne Fahrer bzw. Piloten. Um ein letztes Beispiel zu nennen: es wird aller Voraussicht nach nicht mehr allzu viel Zeit vergehen, bis die Software eine fehlerfreie Rechtsberatung zu liefern vermag.

Die Stärke des menschlichen Intellekts liegt in seiner einzigartigen Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Rahmenbedingungen, sie liegt in seiner Kreativität und in der schöpferischen Vielfalt. Kinder werden im heutigen Schulsystem jedoch konsequent dazu angehalten, geradeaus zu schauen und zu denken, sich in vorgegebenen Denkmustern zu bewegen und prüfungsbezogen enorme Mengen lexikalischen Wissens anzuhäufen. So werden heute in der Schule aus Kindern kleine Computer geformt, die auf Knopfdruck die passende logische Operationen auswählen und gespeichertes Wissen abrufen. Das wird, wenn wir an Gordon Moore und seine Vorhersage denken, sehr bald in eine Konkurrenzsituation zwischen computerähnlich tätigen Menschen und echten Computern münden. Ein, Wettbewerb, in dem die Datenverarbeitung der Zukunft hoffnungslos überlegen sein dürfte.

Die ZEIT nimmt sich dieses Themas an und titelte im Wirtschaftsteil (No. 24 vom 26.07.2014) mit "Er [der Computer] will meinen Job". Sie prognostiziert, dass die intellektuellen Domänen des gehobenen Mittelstandes wegfallen und zu einer Sache der Datenverarbeitung werden, sodass für angehende Akademiker in diesem Szenario zahlreiche berufliche Optionen wegfallen dürften. Gerade die, mit denen in zurückliegenden Generationen der ökonomische Aufstieg gelang und aus denen gesellschaftliches Ansehen erwuchs.

Für den Computer unerreichbare Domänen des Menschen

Dabei gibt es sie, die Kompetenzbereiche des Menschen, die sich schwerlich in Programmiersprache darstellen lassen. Wo die Software für den Kranken womöglich in Sekundenschnelle die passende Diagnose findet, wird sie ihrerseits an der mitschwingenden Aufmerksamkeit eines lebendigen Gegenübers scheitern. Die physische Präsenz des empathischen Arztes als "heilendes Agens" bleibt einzigartig. Auch mündet Lebensweisheit mitunter in fulminante Eingebungen, die sich allein aus der Summe von Einzeldatenbestände nicht ableiten ließen. Dazu passt recht gut die Einschätzung des Gründungspräsidenten der Zeppelin-Universität Stephan Jansen, der trotz aller Geschäftigkeit und Digitalisierung in den vergangenen 40 Jahren Durchbruchsinnovationen auf die Vermisstenliste setzen würde. Da Vinci, Bach und Einstein waren Menschen und keine Rechenautomaten.

Unterricht mit Zukunftswert

Was bedeutet das Gesagte für den Schulunterricht und durchaus auch für die Nachhilfe? Wenn wir die jungen Menschen auf eine Zukunft vorbereiten wollen, in der Maschinen das ihre und der Mensch das seine tut, sollten wir im Menschen das originär Menschliche zur Entfaltung bringen. Wir sollten uns dann als erstes um einen Unterricht bemühen, der bei Grundschulkindern den Fokus darauf legt, die Selbstregulation des heranwachsenden Organismus und die naturwüchsige Freude am Entdecken und Gestalten zu begleiten. In den weiterführenden Schulen gewinnen die Prinzipien der Gemeinschaft und der Verständigung mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Angstfreiheit und Ermutigung, Zugehörigkeit und Handlungsspielraum, Sinnhaftigkeit und Verantwortung. Das sind erzieherische Aspekte des Bildungsvorgangs, die sich in der inneren Haltung der Beteiligten ausdrücken. Sie lassen sich in jedem Umfeld realisieren, wenn es dazu nur die Kompetenz, eine Willenserklärung und ein gerüttelt Maß an Zeit gibt.

In den meisten bayerischen Schulen mangelt es an allen drei Punkten. Die gute Nachricht ist, dass wir in der Nachhilfesituation die Möglichkeit haben, korrigierend einzugreifen. Eine Lehrer-Schüler-Beziehung, in der der Nachhilfelehrer in pädagogisch umsichtiger Weise auf seinen Schüler eingeht, kann für die Entwicklung und das Erleben des Kindes von herausragender Bedeutung sein. Oftmals ist es gerade der Kontrast zur schulischen Unterrichtssituation, durch den die 90 Minuten der Nachhilfe ihren langfristigen Eindruck gewinnen.

Schüler, denen eine solche Begleitung zuteilwurde, haben im Kontakt mit den lehrenden Institutionen mehr als nur Selektionsdruck und an Kopfnoten orientierten Wettbewerb erlebt. Günstigenfalls gab ihnen dieser Rückhalt so viel Kraft, dass sie nicht nur unbeschädigt, sondern als leistungsfähige, auch lebensfrohe Menschen aus der Schulzeit hervorgehen. Und nicht als zweitklassige Computer.

 

 

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